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Was ist Kindertagespflege?

Kindertagespflege ist die Bildung, Erziehung und Be­treuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson. Sie stellt eine Alter­native zur Krippe und Er­gänzung zum Kinder­garten oder Hort dar und bietet für Eltern eine indivi­duelle Be­treuung ihres Kindes in famil­iärer Atmos­phäre mit flex­iblen Betreuungs­zeiten.

Die Kinder verbringen ihren Tag in einer Gruppe von bis zu fünf Kindern gleich­zeitig und werden im Haus­halt der Tagespflegeperson oder in extra hier­für an­ge­mieteten Räumen liebe­voll betreut. Eine be­sondere Form der Kindertagespflege ist die Be­treuung in einer Groß­tages­pflege­stelle. Dort werden bis zu zehn Kinder von zwei Tagespflegepersonen in ex­ternen Räumlich­keiten betreut.

Qualitative Zielsetzung unserer Arbeit

  • Qualifizierte Tagesmütter und Tages­väter halten ein be­darfs­ge­rechtes Platz­an­gebot vor.
  • In der Kindertagespflege werden die Kinder in ihrer so­zialen, emo­tio­nalen, körper­lichen und geis­tigen Ent­wick­lung ge­fördert.
  • Eltern und Tagespflegeperson werden durch Be­ratung und Be­glei­tung darin unter­stützt, die Kinder­tages­pflege zum Wohl des Kindes zu ge­stalten.

Kriterien zur Erfüllung unserer Zielsetzung

Betreuung, Erziehung und Bildung

  • Die Betreuung des Kindes ist geprägt von einer positiven, herz­lichen Be­ziehung zwischen Kind und Tages­mutter/​Tages­vater. Die Tages­pflege­person achtet die Per­sön­lich­keit und die Rechte des Kindes.
  • Die Tagesmutter/​der Tagesvater bietet dem Kind einen fest struk­turierten Tages­ablauf. Sie ver­mittelt ihm Ge­bor­gen­heit und Sicher­heit und sorgt für eine aus­ge­wo­gene Er­nährung und für das kör­per­liche Wohl­be­finden des Kindes.
  • Die Tagespflegeperson kennt die Lebens­ver­hält­nisse des Kindes und seiner Familie und knüpft bei der Er­zieh­ung und Bil­dung des Kindes da­ran an und er­gänzt diese.
  • Tagesmutter/​Tagesvater und Eltern ko­op­erieren zum Wohl des Kindes, in­fo­rmieren sich über we­sent­liche Er­eig­nisse und stimmen sich ab.
  • Der Übergang in die Kindertages­pflege wird von der Tages­pflege­person und den Eltern so ge­staltet, dass eine an­ge­messene Ein­ge­wöh­nung für das Kind statt­finden kann.

Qualifizierung von Tagespflegepersonen

  • Vor Aufnahme der Tagespflege­tätig­keit absolviert die Tages­pflege­person einen Quali­fi­zierungs­kurs im Um­fang von 300 Unter­richts­ein­heiten. Bei der Durch­führung des  Quali­fi­zierungs­kurses richten wir uns in­halt­lich und metho­disch nach dem neuen Curri­culum des Deutschen Jugend­instituts: QHB – Kom­pe­tenz­orien­tiertes  Quali­fi­zierungs­hand­buch Kinder­tages­pflege. Das DJI-Curri­culum ist das fach­lich an­er­kannte und bundes­weit ver­breitete Lehr­material zur  Quali­fi­zierung von Tages­pflege­personen.
  • Das Bundesfamilien­ministerium, die Bundes­agentur für Arbeit und die Länder haben ge­mein­sam ein Güte­siegel für Bil­dungs­träger ent­wickelt, mit dem Ziel, für die Durch­führung von  Quali­fi­zierungs­maß­nahmen in der Kinder­tages­pflege ver­läss­liche Stan­dards ein­zu­führen. Die Tages­pflege­börse Nürnberg hat das An­er­ken­nungs­ver­fahren für Bildung­sträger in der Kinder­tages­pflege erfolg­reich durch­laufen und das Güte­siegel erhalten.
  • Die Tagesmutter/​der Tagesvater nimmt fort­laufend an Weiter­bildungs­kursen teil.
  • Die Vernetzung von Tagespflege­personen wird unter­stützt durch das An­gebot von Tages­eltern­gruppen und Stamm­tischen.

Rahmenbedingungen

  • Damit eine individuelle Betreuung und Förderung in der Tages­pflege­stelle statt­finden kann, werden nicht mehr als fünf gleich­zeitig an­wesende Kinder betreut.
  • Den Tageskindern stehen angemessene räum­liche Be­dingungen zur Ver­fügung (kind­ge­recht und kinder­sicher, Spiel­mög­lich­keiten im Freien).
  • Tagespflegeperson und Eltern schließen einen schrift­lichen Be­treuungs­vertrag ab.

Einblick in den Tagesablauf

Der hier geschilderte typische Tagesablauf in einer Tagespflegestelle ist der Abschluss­arbeit einer Tagesmutter entnommen.

Wenn das Tageskind am Beginn des Be­treuungs­tages gebracht wird, so muss es vielleicht erst noch seine an­fäng­liche Scheu und die Trau­rig­keit über die be­vor­stehende Trennung von seinem Eltern­teil über­winden. Hier­bei versuche ich dem Kind Mut zu machen und es ab­zu­lenken, je nach Alter z. B. mit Hilfe eines Spiel­zeugs oder Finger­spiels. Die Über­gabe des Kindes wird zum Aus­tausch von wichtigen In­for­ma­tionen über sein aktuelles Be­finden ge­nutzt: wie es bei­spiels­weise ge­schlafen hat, ob es viel­leicht etwas miss­ge­launt auf­grund von Zahn­be­schwerden ist oder dass es zum Früh­stück zu­hause keinen großen Hunger hatte. Nach der Ver­ab­schie­dung der Mutter oder des Vaters werden die an­deren Tages­kinder und mein Kind begrüßt.

Danach geht es gleich an die frische Luft: wir machen uns auf zum nächsten Spiel­platz – je nach Alter wird ge­laufen oder der Kinder­wagen ge­schoben, – auf dem es alters­ge­rechte Spiel­geräte und einen Sand­kasten gibt, und lernen andere Kinder kennen. Zwischen­­­­­­­durch gibt es einen kleinen Snack (z.B. Obst, Reis­waffeln oder Joghurt) und Getränke.

Gegen Mittag gehen wir wieder nach Hause, wo ich das Mittag­essen frisch zu­bereite. Die Kinder werden ihrem Alter ge­mäß in das Kochen mit­ein­be­zogen. Ich esse ge­mein­sam mit den Kindern, was meiner Er­fah­rung nach allen Be­tei­ligten Spaß macht und die Freude am Essen noch steigert.

Nach dem Essen wird Mittags­schlaf gehalten: jedes Kind schläft in seinem Bett­chen. Sollte eines der Kinder nicht schla­fen können oder wollen, so be­schäf­tige ich mich mit ihm im Wohn­zimmer. Hierbei biete ich ruhige Tätig­keiten an, wie z. B. das Vor­lesen oder ge­mein­same An­sehen eines Buches.

Nach dem Mittagsschlaf, das je nach Alter der Kinder mög­licher­weise unter­schied­lich lang dauert, wird ge­mein­sam ge­spielt. Hier ist das freie Spiel sehr wichtig: es fördert ei­gene Er­fahr­ungen durch eigen­stän­diges Aus­pro­bieren so­wie das ge­mein­schaftliche Spielen und even­tuelles Kon­flikt­lösen.

Durch das Kennenlernen von ver­schie­den­sten Spielen und Akti­vitäten (Singen, Tanzen, Malen, Basteln, Ver­kleiden, Lesen und Vor­lesen etc.) er­weitern die Kinder ihren Hori­zont und können so ent­decken – und die Tages­mutter kann be­ob­achten, – was sie inter­essiert und was in ihnen steckt.

Damit das Kind sich bei mir wohlfühlt und Spaß an all den Akti­vi­täten hat, ist die an­fäng­liche Ein­ge­wöhnung ent­scheidend. Hier­bei be­gleitet seine Be­zugs­person es in den ersten Tagen und ver­lässt frü­hes­tens am dritten Tag für ein paar Minuten, nach­dem sie sich von ihm ver­ab­schiedet hat. Die Tren­nungs­phase wird nun von Tag zu Tag und unter Be­rück­sich­tigung der Reaktion des Kindes aus­ge­dehnt, bis das Kind sich nach zwei Wochen so sicher bei der Tages­mutter und den anderen Kindern fühlt, dass die Be­treuung be­ginnen kann.